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Ausgabe vom 26. August 2026. Zahlen und Fristen stehen auf dem Stand dieses Tages.
 
Ladefreunde

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Hallo zusammen,

1984 sang Klaus Lage von einem Mann, dem die Fabrik unter den Füßen verkauft wird. Der Refrain: „Monopoli, Monopoli — wir sind nur die Randfiguren in einem schlechten Spiel."

Vierzig Jahre später gibt es ein Spielbrett, auf dem jeder Haushalt in Deutschland monatlich Miete zahlt, ohne es je gesehen zu haben. Es hat vier Felder: die vier Stromnetze, die das Land von Nord nach Süd verbinden. Rund dreißig Prozent deiner Stromrechnung gehen dorthin.

Wir haben uns diese vier Felder in den letzten Tagen angesehen — was sie kosten, wem sie gehören, wer die Regeln dafür schreibt und wie sie überhaupt in private Hände kamen. Daraus sind sechs Beiträge geworden.

„Wem gehört also die Schlossallee?"
Wem gehört die Leitung, wenn sie bezahlt ist? →

Die Rechnung

Wenn Stromkunden vierzig oder fünfzig Jahre lang die Netzentgelte zahlen, aus denen eine Leitung finanziert wird — wem gehört die Leitung, wenn sie bezahlt ist?

Die Antwort ist kurz: dem Eigentümer. Ein Eigentumsübergang findet nicht statt.

Interessanter ist, was in der Zwischenzeit anfällt: die Verzinsung des Kapitals, das in der Leitung steckt. Nach den geltenden Sätzen, über eine Nutzungsdauer von fünfzig Jahren gerechnet, kommen auf jeden investierten Euro 1,30 Euro Kapitalkosten obendrauf — zusätzlich zur Rückzahlung der Investition selbst.

Was das ausmacht, hängt daran, wie viel gebaut wird. Der Netzentwicklungsplan nennt für das Übertragungsnetz 365 bis 392 Milliarden Euro. Auf diese Summe angewendet, sind es über die Laufzeit rund 475 bis 510 Milliarden Euro — Geld, das nicht in Leitungen steckt, sondern in ihrer Finanzierung.

Und das ist nur die obere Netzebene. Für Übertragungs- und Verteilnetze zusammen kommt eine Untersuchung des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung auf 651 Milliarden Euro bis 2045.

Uns geht es nicht um die Höhe dieser Investition. Sie verteilt sich über fünfzig Jahre, und ihr steht gegenüber, was wir uns damit sparen: Für fossile Brennstoffe, die verbrannt werden und danach weg sind, gibt Deutschland allein in zwanzig Jahren rund eineinhalb Billionen Euro aus — die Klimafolgekosten nicht gerechnet. Investition und Verbrauch sind zwei verschiedene Dinge, auch wenn beide Ausgaben sind.

Kosten oder Investition — was am Ende dasteht →

Der Ertrag auf das Kapital fällt Jahr für Jahr an, gleichgültig, wie viel Strom durch die Leitung geht. Seine Höhe ist kein Naturgesetz. Sie folgt daraus, wer das Kapital stellt — wir haben drei Modelle nebeneinandergestellt, die es alle in Europa gibt.

Was obendrauf kommt →
„Im Kern geht es um die Rente."

Und wer bekommt die Einnahmen?

Seit diesem Sommer gehört das Netz, das den Norden mit dem Süden verbindet, zu 46 Prozent drei neuen Anteilseignern: der Vermögensverwaltung des niederländischen Pensionsfonds für Beamte und Lehrkräfte, dem Staatsfonds Singapurs und dem norwegischen Staatsfonds.

Was diese drei bekommen, ist die Verzinsung, die die Bundesnetzagentur festsetzt — aufgebracht über die Netzentgelte auf deutschen Stromrechnungen.

Zwei Jahre vorher hatte der Bund über einen Komplettkauf desselben Netzes verhandelt. Rund 20 Milliarden Euro standen im Raum. Die Verhandlungen endeten im Juni 2024 ergebnislos.

Wer spart für wen →

Und wer daraus Preise macht

Wem das Netz gehört, ist die eine Hälfte. Die andere ist die Regel, die daraus einen Betrag auf deiner Rechnung macht — darum ging es am Sonntag. Sie heißt AgNes, gilt ab 2029, und für Verbraucher ist darin kein Preissignal vorgesehen. Der sechste Teil der Serie handelt davon.

Wer ist AgNes? →

Diese Regel ist noch nicht beschlossen. Bis zum 18. September kann jeder dazu Stellung nehmen, und in der ersten Runde des Verfahrens kamen unter rund zweihundert Beiträgen ganze siebzehn von Privatpersonen. Wer am Sonntag nicht dazu gekommen ist: Die Seite nimmt dir die Form ab, es dauert wenige Minuten.

Bis 18. September Stellung nehmen →

Verzockt

2011 verkaufte RWE sein Übertragungsnetz. Rund 700 Millionen Euro für knapp drei Viertel der Anteile — und in der Mitteilung stand als Begründung, der Konzern erspare sich damit „in den kommenden zehn Jahren Netzinvestitionen in Höhe von rund 2,5 Milliarden Euro".

Im Juli 2026 hat RWE die Mehrheit an genau diesem Netz zurückgekauft. Preis: 3,6 Milliarden Euro. Der Prozentpunkt kostete 2011 rund 9 Millionen, heute rund 103.

Beim ostdeutschen Netz dasselbe Bild: 2018 kosteten 20 Prozent mehr, als 2010 für das ganze Unternehmen aufgerufen worden war.

Wie das Netz zur Ware wurde →

Warum uns das etwas angeht

Ein Netzbetreiber entscheidet nicht nur über Leitungen. Er entscheidet auch darüber, wer teilnehmen darf — über die Präqualifikation, das Verfahren, mit dem man überhaupt zugelassen wird, wenn man dem Stromsystem Flexibilität anbietet.

Genau durch diese Tür müssten Ladeparks und Fahrzeugflotten, wenn sie in Überschussstunden Strom aufnehmen sollen. Wir stehen selbst in diesem Verfahren.

Wer den Zutritt bewacht →

Was das mit dem Laden zu tun hat

„Wer am Kapital verdient, das im Netz steckt, verdient daran, dass mehr Kapital im Netz steckt. Wer Strom verkauft, verdient an verkauften Kilowattstunden."

Niemand in dieser Kette verdient daran, dass ein Verbrauch sich von selbst in die Stunde verschiebt, in der Strom im Überfluss da ist.

Das ist die Anreizarchitektur, und Anreize setzt die Regulierung.

In den Stunden, in denen Wind und Sonne mehr liefern, als gebraucht wird, werden Anlagen abgeregelt — der Strom wird gar nicht erst erzeugt. Ein Elektroauto, das genau dann lädt, braucht keine neue Anlage und keine neue Leitung. Es braucht ein Preissignal, das bis zur Ladesäule durchkommt. Der Weg dafür steht mit § 13k im Energiewirtschaftsgesetz; was fehlt, ist die Ausweitung auf Ladeinfrastruktur.

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Über Netzentgelte wird jedes Jahr gestritten. Über die Frage, wer die Verzinsung darin bekommt, fast nie — dabei liegt sie in derselben Größenordnung.

Diese Ausgabe liegt unter https://ladefreun.de/newsletter/wem-gehoert-die-schlossallee/ — der Link funktioniert auch für alle, die den Newsletter nicht bekommen. Auf Alle Ausgaben stehen unten die Knöpfe zum Teilen.

„Königsklasse ist, wenn eine Straße nach dir benannt ist. Ein Beispiel: RWE Platz 1 in Essen."
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ladeFreunde · Viernheim
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