Hallo zusammen,
zuerst das Schönste dieser Woche: Seit dem 23. August sind über die Mitmachseite über hundert Stellungnahmen zur Konsultation der Bundesnetzagentur fertig geworden. Über hundert!!! In einem Verfahren, in dem sonst Verbände und Konzerne unter sich sind, liegen jetzt über hundert Positionen von Privatleuten auf dem Tisch. Das hat vor uns niemand gemacht, und ohne euch wäre es nicht passiert. Danke.
Und es geht weiter: Die Frist läuft bis zum 18. September, und jede weitere Stellungnahme zählt einzeln. Ein paar Minuten genügen.
Wer sich vorher einlesen will: Auf einer eigenen Seite steht, was im Entwurf der Bundesnetzagentur steht und was wir daran für falsch halten — vorn eine Kurzfassung für den Einstieg, dahinter die Einzelheiten für alle, die es genauer wissen wollen.
Und wenn du deine schon abgeschickt hast: Zwei Worte per Antwort auf diese Mail genügen. Wir sehen, dass eine Stellungnahme fertig geworden ist — ob sie von deinem Postfach aus rausging, sehen wir nicht.
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Die Studie, über die alle etwas anderes berichtet haben
Am 1. September hat die Technische Universität München ein Papier vorgestellt. Zwei Tage später stand in Zeitungen, die Wissenschaft habe das Verbrenner-Aus widerlegt.
Im Papier steht: Ein E-Auto verursacht über sein Leben im Mittel 41 Prozent weniger Treibhausgase, in rund 92 Prozent der gerechneten Szenarien liegt es vorn, und der Antriebswechsel ist der größte einzelne Hebel. Kritisiert wird die Messmethode — dass die EU nur den Auspuff zählt.
Bayerns Ministerpräsident forderte das „echte Aus vom Verbrenner-Aus", bevor das Papier veröffentlicht war.
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Zwei Videos, ein Sender
Derselbe Sender, dieselbe Woche. Das kurze Video heißt „E-Autos sind der ineffizienteste Weg, CO₂ einzusparen", dauert 6 Minuten und stand online, einen Tag bevor das Papier öffentlich war: 164.731 Abrufe. Das lange Video zeigt die Pressekonferenz und ordnet ein, dauert 20 Minuten: 19.499 Abrufe.
Wir haben uns die dreizehn Aussagen aus dem kurzen Beitrag einzeln vorgenommen. Acht halten der Nachprüfung nicht stand, drei stimmen und sind falsch eingesetzt, eine ist unbelegt, eine trifft zu. Ein Beispiel: „Man muss bis zu 100.000 Kilometer fahren, bis sich das rechnet." Der Autor der Studie nennt auf derselben Pressekonferenz 6.000 bis 60.000 Kilometer.
Und im langen Video sagt der Automobil-Redakteur desselben Senders, wem die Studie nützt — mit Namen.
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Vier Werke, ein Muster
Am Donnerstagabend hat der Aufsichtsrat von Volkswagen rund 50.000 weitere Stellen und das Aus für vier deutsche Werke bestätigt. Zwei davon, Zwickau und Emden, sind die Elektro-Werke. Zwickau war das erste Werk des Konzerns, das vollständig auf Elektroautos umgestellt wurde, für 1,2 Milliarden Euro.
Die Produktion hört nicht auf. Sie zieht um — nach Bratislava und Mladá Boleslav.
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Wem gehört das Auto
Der Staatsfonds Katars hält 17 Prozent der Stimmrechte bei Volkswagen und sitzt im Aufsichtsrat. Im Juli hat er ein Rüstungsvorhaben des Konzerns gestoppt — aus außenpolitischen Gründen. Kuwait ist seit 1974 an Mercedes beteiligt.
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Und wer an der Werkstatt verdient
Der zweite Ort, an dem über dasselbe Auto gerechnet wird, liegt näher. Der VW-Importeur in Norwegen macht mit Elektrofahrzeugen 46 Prozent weniger Werkstattumsatz. Am längsten beschäftigt ist die Werkstatt mit dem Fahrzeug, das zwei Antriebe hat — und genau das ist seit 2026 erstmals förderfähig.
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In eigener Sache
Ich bin Maschinenbauingenieur, deshalb einmal mein eigener Standpunkt, ausgeschrieben.
Ein Verbrennungsmotor ist eine Wärmekraftmaschine. Von der Energiequelle bis zum Rad kommen bei einem Benziner rund 20 Prozent an, beim Elektroantrieb rund 64 Prozent — so rechnet es das Bundesumweltministerium vor. Das ist Thermodynamik. Ich bin für das E-Auto und auf der Mittelstrecke für die Bahn, weil ich rechnen kann.
Der zweite Grund ist ordnungspolitisch, und da bin ich Marktradikaler. Abgase sind das Lehrbuchbeispiel für Kosten, die einer erzeugt und ein anderer bezahlt. Wer für den Markt ist, ist damit für das Verursacherprinzip. Ohne das ist es eine Subvention zulasten Dritter.
Ich nehme jeden Petrolhead vom liberalen Typ eines Ulf Poschardt (der aus der verkehrten Welt) erst in dem Moment ernst, in dem er bereit ist, den Auspuff in die eigene Fahrgastzelle umzuleiten, statt unbeteiligte Kinder am Straßenrand zum Einatmen zu zwingen. Poschardt erführe unmittelbar die Rückkopplung seines Gaspedals. Das nenne ich Verantwortungsübernahme entlang des Verursacherprinzips.
— Martin
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Was noch kommt
Im Herbst nehmen wir uns die Bundesländer einzeln vor: wer wo wie viel abregelt, wer baut, wer bremst. Die erste Ausgabe kommt an einem Mittwoch.
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Weitergeben
Der wirksamste Schritt kostet nichts: diese Mail an jemanden weiterleiten, der ein Elektroauto fährt oder gerade überlegt, ob sich eines lohnt.
Sonnige Grüße, das Ladefreunde-Team
❦ Energiewende er-fahrbar machen! Und ladeFreun.de ein!
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