Was CO2 wirklich kostet — und was das für Strom und Sprit hieße
Was CO2 wirklich kostet — und was das für Strom und Sprit hieße
Foto: Zwei Kostenstrukturen in einem Bild — vorn Erzeugung ohne Brennstoff und ohne Emissionen, dahinter ein Kraftwerkspark, dessen Rechnung bisher unvollständig ist — via Wikimedia Commons — CC BY-SA 4.0 / GeroO / erftstadtwiki.de
In unserem Beitrag zur Merit Order ging es darum, wie der Strompreis entsteht: Das teuerste noch benötigte Kraftwerk setzt den Preis für alle. Das erklärt, warum Strom kostet, was er kostet. Es erklärt nicht, ob dieser Preis die Wahrheit sagt.
Denn ein Posten fehlt in fast jeder Rechnung — der Schaden, den das Verbrennen anrichtet. Er steht auf keiner Quittung. Die Frage ist also: Was müsste eine Tonne CO2 kosten, damit die Preise die Wahrheit sagen? Und was würde dann an der Ladesäule und an der Zapfsäule stehen?
Es gibt darauf drei Antworten. Zwei davon beruhen auf Annahmen. Eine ist einfach eine Rechnung.
Antwort 1: Was der Markt sagt
Der gesetzliche CO2-Preis für Verkehr und Wärme bewegt sich 2026 in einem Korridor von 55 bis 65 Euro je Tonne. Im europäischen Emissionshandel für Kraftwerke und Industrie liegen die Preise in einer ähnlichen Größenordnung.
Dieser Preis ist keine Messung. Er ist das Ergebnis einer politischen Aushandlung darüber, was man den Leuten zumuten will — angebotene Zertifikatsmengen, Korridore, Ausnahmen. Ein Marktpreis, ja. Aber der Markt bepreist hier nicht den Schaden, sondern die Knappheit einer politisch festgelegten Menge.
Antwort 2: Was der Schaden sagt
Das Umweltbundesamt rechnet seit Jahren aus, was eine Tonne CO2 an Folgeschäden verursacht: Ernteausfälle, Hitzetote, Extremwetter, Infrastrukturschäden. In der Methodenkonvention 3.1 stehen dafür 195 Euro je Tonne — und, das ist der interessante Teil, alternativ 680 Euro je Tonne.
Der Unterschied zwischen beiden Zahlen ist keine Rechenungenauigkeit, sondern eine moralische Entscheidung. Der niedrigere Wert diskontiert künftige Schäden ab: Was erst unsere Enkel trifft, zählt heute weniger. Der höhere Wert behandelt alle Generationen gleich. Neuere Fortschreibungen liegen bei rund 300 Euro je Tonne bei fortgeschriebener Diskontierung.
Auch das bleibt ein Modell. Wer stärker abzinst, kommt auf weniger. Wer die Zukunft ernster nimmt, auf mehr.
Antwort 3: Was die Physik sagt
Und dann gibt es einen dritten Weg, der ohne jede Annahme über Generationengerechtigkeit auskommt. Man fragt nicht, was der Schaden wert ist. Man fragt: Was kostet es, die Tonne wieder aus der Luft zu holen?
Diese Zahl ist bekannt, weil es Anlagen gibt, die genau das tun. Direct Air Capture kostet heute real 600 bis 1.000 Dollar je Tonne — rund 550 bis 900 Euro. Warum das so teuer ist und warum es auf absehbare Zeit teuer bleibt, haben wir uns in einem eigenen Beitrag angesehen.
In der Ökonomie heißt so etwas eine Backstop-Technologie: Sie deckelt den Preis nach oben. Solange man CO2 für 800 Euro je Tonne aus der Luft holen kann, muss keine Vermeidungsmaßnahme jemals mehr kosten. Und umgekehrt gilt: Wer heute eine Tonne ausstößt, hinterlässt eine Aufräum-Rechnung in genau dieser Höhe. Nicht geschätzt. Kalkuliert.
Bemerkenswert ist, wo die drei Antworten landen. Der Schadenswert bei gleichem Gewicht für alle Generationen — 680 Euro. Die Absaugkosten — 550 bis 900 Euro. Zwei völlig verschiedene Methoden, dieselbe Größenordnung. Und beide liegen ungefähr zehnmal über dem, was CO2 heute tatsächlich kostet.
Rechnen wir das einmal durch. Als Anker nehmen wir 800 Euro je Tonne — die Mitte der Absaugkosten.
1. Der Strom
Foto: Ein Gas- und Dampfturbinenkraftwerk — in vielen Stunden des Jahres ist es das preissetzende Kraftwerk im deutschen Markt — via Wikimedia Commons — CC BY-SA 4.0 / Peoplepoweredbyenergy
Beim Strom kommt jetzt die Merit Order ins Spiel — und sie macht den Effekt größer, als man erwarten würde. Denn der CO2-Preis trifft nicht alle Kraftwerke gleich. Er trifft das preissetzende Kraftwerk. Und dessen Gebot gilt für den ganzen Markt.
Ein modernes Gas- und Dampfkraftwerk stößt rund 400 Gramm CO2 je Kilowattstunde aus. Bei 800 Euro je Tonne sind das 32 Cent je Kilowattstunde — allein für CO2, zusätzlich zum Brennstoff.
Die Brennstoffkosten in der Tabelle sind keine Schätzung ins Blaue, sondern aus den aktuellen Notierungen gerechnet: Erdgas am deutschen Großhandelspunkt lag im Juli 2026 im Monatsmittel bei knapp 53 Euro je Megawattstunde, zuletzt bei rund 63 — bei einem Wirkungsgrad von 55 bis 60 Prozent macht das etwa 9 bis 11 Cent je Kilowattstunde Strom. Importkohle notiert bei rund 120 Dollar je Tonne, was bei 43 bis 46 Prozent Wirkungsgrad auf etwa 3,5 Cent hinausläuft. Braunkohle wird nicht gehandelt, sie kommt aus dem Tagebau nebenan; für Brennstoff und Betrieb zusammen werden 5 bis 10 Euro je Megawattstunde angesetzt, also rund 1 Cent.
Der zweite Posten, der in solchen Tabellen üblicherweise fehlt, ist der Bau der Anlage. Ein Gaskraftwerk muss erst errichtet werden, ein Windrad auch. Diese Ausgabe fällt einmal an und verteilt sich über die Lebensdauer. Ein modernes Gas- und Dampfkraftwerk kostet 900 bis 1.300 Euro je Kilowatt Leistung; bei 30 Jahren Laufzeit und marktüblicher Finanzierung sind das rund 70 bis 100 Euro je Kilowatt und Jahr. Wie viel davon auf die einzelne Kilowattstunde entfällt, hängt daran, wie oft die Anlage läuft: bei 6.000 Betriebsstunden gut ein Cent, bei den heute typischen 2.000 bis 3.000 Stunden zwei bis fünf. Wind an Land kostet 1.300 bis 1.900 Euro je Kilowatt, Freiflächen-Photovoltaik 700 bis 900 Euro je Kilowatt — umgelegt jeweils rund 3 bis 7 Cent. Die Kohleblöcke im Bestand sind abgeschrieben, ihr Bau ist bezahlt; ein Neubau läge bei 2 bis 6 Cent, gebaut wird keiner mehr.
| Preissetzendes Kraftwerk | CO2 je kWh | CO2-Kosten | Brennstoff | Kapital | Arbeitspreis | Strompreis |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Gas- und Dampfkraftwerk | 400 g | 32 ct | ~10 ct | 2–5 ct | 42 ct (32–46) | 77 ct (65–82) |
| Steinkohle | 825 g | 66 ct | ~3,5 ct | 0 ct | 70 ct (49–78) | 111 ct (86–120) |
| Braunkohle | 1.100 g | 88 ct | ~1 ct | 0 ct | 89 ct (62–100) | 133 ct (101–146) |
| Wind und Sonne im Überschuss | 0 g | 0 ct | 0 ct | 3–7 ct | 0 ct | 27 ct |
Kapital = Baukosten der Anlage, über die Lebensdauer auf die Kilowattstunde umgelegt. Bei Gas ist ein Neubau gerechnet, bei den Kohleblöcken der abgeschriebene Bestand, bei Wind und Sonne eine neue Anlage, deren Bau in der Überschussstunde längst bezahlt ist und trotzdem anfällt. Sie stehen bewusst neben dem Arbeitspreis und nicht in ihm — warum, steht im nächsten Abschnitt. Arbeitspreis = Grenzkosten des preissetzenden Kraftwerks bei 800 €/t CO2, also der Börsenpreis, den nach der Merit Order alle bekommen. Strompreis = was daraus beim Haushalt wird, inklusive Netzentgelten, Vertrieb, Stromsteuer, Umlagen und Mehrwertsteuer. Die Werte in Klammern spannen die Bandbreite der Absaugkosten auf (550 bis 900 €/t).
Was der Bau kostet — und warum er den Börsenpreis nicht bewegt
An der Strombörse bietet ein Kraftwerk nicht seine Vollkosten an, sondern das, was die nächste Kilowattstunde zusätzlich kostet: Brennstoff, CO2, Verschleiß. Was der Bau gekostet hat, ist zum Zeitpunkt des Gebots längst ausgegeben und ändert an dieser Entscheidung nichts mehr. Die Merit Order sortiert deshalb nach Grenzkosten, nicht nach Vollkosten — und darum bleibt die Kapitalspalte außerhalb des Arbeitspreises.
Verschwunden ist das Geld damit nicht. Es muss über das Jahr hereinkommen, aus dem Abstand zwischen Börsenpreis und eigenen Grenzkosten in all den Stunden, in denen die Anlage nicht selbst den Preis setzt. Reicht das nicht, wird nicht gebaut. Genau deshalb bekommen neue Gaskraftwerke eine zweite Zahlung neben dem Börsenerlös: Im Strom-Versorgungssicherheits- und Kapazitätengesetz, seit dem 22. Juli 2026 in Kraft, liegt der Höchstwert bei 244 Euro je Kilowatt und Jahr; die erste Ausschreibung über 4,5 Gigawatt läuft im September 2026. Dieser Wert liegt über der reinen Bauannuität von 70 bis 100 Euro, weil er auch feste Betriebskosten, das Auslastungsrisiko und die geforderte Wasserstoff-Fähigkeit abdecken soll.
Bei Wind und Sonne kehrt sich das Verhältnis um. Dort ist praktisch die ganze Rechnung Kapital: kein Brennstoff, kein CO2, kaum variable Kosten. Ein neues Windrad an Land erzeugt Strom für 4,3 bis 9,2 Cent je Kilowattstunde, eine Freiflächenanlage für 4,1 bis 6,9 Cent — jeweils über die volle Lebensdauer gerechnet, mit Bau, Finanzierung und Betrieb. Das ist nicht null, und es sollte auch niemand so darstellen. Es liegt nur eben eine Größenordnung unter den 42 bis 89 Cent, bei denen die thermischen Kraftwerke bei einem vollständigen CO2-Preis landen.
Der Aufschlag vom Arbeitspreis zum Strompreis ist keine Erfindung: Netzentgelte, Vertrieb, Steuern und Umlagen summieren sich derzeit auf rund 23 Cent netto je Kilowattstunde, darauf kommen 19 Prozent Mehrwertsteuer. Die Probe: Der Börsenpreis liegt heute im Jahresmittel bei etwa 8 Cent — macht (8 + 23) × 1,19 = 36,9 Cent. Der tatsächliche Haushaltsdurchschnitt 2026 liegt laut BDEW bei 37,0 Cent. Das Modell trifft.
Und noch etwas fällt an der Tabelle auf: Die Reihenfolge kippt. Heute ist Braunkohle billiger als Gas — sie hat praktisch keine Brennstoffkosten. Bei einem vollständigen CO2-Preis wird sie mit Abstand am teuersten, weil der Emissionsfaktor alles andere überlagert. Genau das ist der Sinn eines Preises, der die Wahrheit sagt: Er sortiert die Merit Order neu.
Das ist die eine Hälfte der Antwort. Die andere steht in der letzten Zeile der Tabelle, und sie ist die wichtigere.
In einer Überschussstunde ändert sich nichts. Wenn Wind und Sonne die Nachfrage decken, ist das preissetzende Kraftwerk eine Anlage ohne Brennstoff und ohne Emissionen. Ihre CO2-Kosten sind null — bei 55 Euro je Tonne, bei 800 Euro je Tonne, bei jedem denkbaren Preis. Der Arbeitspreis in dieser Stunde bleibt bei null oder rutscht ins Negative, so wie er es heute schon regelmäßig tut.
Ihre Kapitalkosten sind in dieser Stunde nicht null — sie sind bereits bezahlt. Und daran ändert sich nichts, ob das Windrad einspeist oder gedrosselt wird. Es ändert sich nur, ob am Ende eine Kilowattstunde dabei herauskommt. Eine Drosselung spart also nichts ein. Sie streicht den Ertrag einer Investition, die ohnehin bezahlt ist.
Ein vollständiger CO2-Preis macht Strom also nicht gleichmäßig teuer. Er spreizt die Stunden. Der Abstand zwischen der teuersten und der günstigsten Stunde des Tages wächst von einem Faktor drei auf einen Faktor, den man kaum noch als Zahl schreiben mag — weil der Nenner null ist.
An der letzten Tabellenzeile sieht man allerdings auch, was von dieser Spreizung beim Kunden ankommt. Selbst wenn der Strom an der Börse nichts kostet, zahlt der Haushalt 27 Cent. Die festen Bestandteile ziehen einen Boden ein, den der Börsenpreis nicht unterschreiten kann. Aus 0 gegen 42 Cent an der Börse werden beim Endkunden 27 gegen 77 Cent — statt eines unendlichen Verhältnisses ein Faktor drei. Das Signal ist da, es wird auf dem Weg nur zusammengedrückt. Und genau an dieser Stelle entscheidet sich, ob Überschussstunden beim Verbraucher überhaupt spürbar werden.
Und damit wird die Frage, wann jemand Strom verbraucht, wichtiger als alles andere. Genau das ist der Punkt, an dem unsere Forderung ansetzt: In den Stunden, in denen Anlagen abgeregelt werden — in denen Windräder gedrosselt werden und der Strom gar nicht erst erzeugt wird —, soll dieser Strom an der Ladesäule nutzbar werden. Das ist keine Subvention. Das ist das Preissignal, das ohnehin schon existiert, endlich bis zum Verbraucher durchgereicht.
2. Der Sprit
Foto: Eine Preistafel sagt sehr genau, was ein Liter an der Kasse kostet — und sehr wenig darüber, was er tatsächlich kostet — via Wikimedia Commons — CC BY-SA 4.0 / Roy Zuo
Beim Kraftstoff ist die Rechnung schlichter, weil keine Merit Order dazwischensteht. Ein Liter Benzin setzt bei der Verbrennung rund 2,32 Kilogramm CO2 frei, ein Liter Diesel rund 2,65 Kilogramm. Das ist keine Schätzung, sondern Chemie — der Kohlenstoff im Kraftstoff verbindet sich mit Sauerstoff, die Faktoren stehen so in der einschlägigen EU-Richtlinie.
Bei 800 Euro je Tonne, also 80 Cent je Kilogramm:
| CO2 je Liter | CO2-Kosten brutto | heute an der Säule | Gesamt | Spanne 550–900 €/t | |
|---|---|---|---|---|---|
| Benzin (E10) | 2,32 kg | 2,21 € | 2,10 € | 4,14 €/l | 3,45–4,42 € |
| Diesel | 2,65 kg | 2,52 € | 2,05 € | 4,38 €/l | 3,59–4,70 € |
Im heutigen Säulenpreis stecken bereits rund 17 Cent (Benzin) bzw. 19 Cent (Diesel) CO2-Preis. Die sind in der Gesamtspalte herausgerechnet, sonst würde man sie doppelt zählen. Ausgangspreise: ADAC-Bundesdurchschnitt Ende Juli 2026 — ein Monat mit ungewöhnlich starken Ausschlägen, die Basis wandert also.
Unter dem Strich: gut vier Euro je Liter. Am unteren Ende der Absaugkosten sind es dreieinhalb, am oberen knapp viereinhalb.
Und heute? Im gesetzlichen CO2-Preis stecken derzeit rund 15 bis 18 Cent je Liter. Der Unterschied zwischen dem, was eingepreist ist, und dem, was das Aufräumen kosten würde, beträgt also ungefähr den Faktor vierzehn.
Eine Probe aufs Exempel, weil die Zahl gern zu hoch gegriffen wird: Damit ein Liter Benzin zehn Euro kostete, müsste die Tonne CO2 bei rund 3.000 Euro liegen. Das ist mehr als das Dreifache der teuersten heute real bezahlten Absaugung. Für die Aussage braucht es diese Übertreibung nicht — der Faktor vierzehn ist deutlich genug.
Was daraus folgt — und was nicht
Aus dieser Rechnung folgt ausdrücklich nicht die Forderung, den CO2-Preis morgen auf 800 Euro zu setzen. Das wäre wirtschaftlich nicht durchzuhalten und politisch in fünf Minuten erledigt. Die Rechnung taugt zu etwas anderem: Sie zeigt, wie groß die Lücke zwischen Preis und Kosten wirklich ist — und wo der billigste Weg liegt, sie zu schließen.
Denn dieselbe Zahl, die den Sprit teuer macht, macht auch die Absaugung teuer. Und sie hat eine unangenehme Rückkopplung. Direct Air Capture braucht grob 2.000 Kilowattstunden Strom je Tonne. Läuft die Anlage mit Strom aus einem Gaskraftwerk, stößt sie beim Einfangen einer Tonne selbst rund 800 Kilogramm aus. Netto entfernt bleiben 200 Kilogramm — bei fünffachen Kosten. Absaugen funktioniert nur mit Strom, der ohnehin da ist und niemandem fehlt.
Damit steht am Ende eine Reihenfolge, und sie ist ziemlich eindeutig:
- Die günstigste Tonne CO2 ist die, die gar nicht erst entsteht.
- Die zweitgünstigste ist die, die man mit Strom vermeidet, der sonst nicht erzeugt worden wäre.
- Die teuerste ist die, die man später für 800 Euro aus der Luft holt.
Wir haben in Deutschland Stunden, in denen Anlagen gedrosselt werden, weil der Strom nicht abfließen kann. In genau diesen Stunden steht die zweitgünstigste Tonne bereit und wird nicht genutzt. Das ist keine Frage von Technik oder Geld. Es ist eine Frage der Regeln.
Rechenwege und Quellen
Alle Werte sind gerundet, alle Rechnungen bewusst einfach gehalten — es geht um Größenordnungen, nicht um die zweite Nachkommastelle.
- CO2-Preis-Anker: 800 €/t als Mitte der real bezahlten Direct-Air-Capture-Kosten (600–1.000 $/t, umgerechnet rund 550–900 €/t). Quelle: IEA, Unlocking the potential of direct air capture; Kostenprojektionen: Sievert, Steffen, Bauer (2024), Joule
- Schadenskosten: Umweltbundesamt, Methodenkonvention 3.1 zur Ermittlung von Umweltkosten — 195 €/t bzw. 680 €/t je nach Behandlung künftiger Generationen
- Heutige CO2-Preise und Wirkung auf Kraftstoffpreise: Wissenschaftlicher Dienst des Deutschen Bundestages, CO2-Emissionen: Preise und Kosten (WD 5-104-24)
- Emissionsfaktoren Kraftwerke: rund 400 g/kWh für moderne Gas- und Dampfkraftwerke, rund 825 g/kWh Steinkohle, rund 1.100 g/kWh Braunkohle
- Kapitalkosten und Vollkosten je Kraftwerksart: Fraunhofer ISE, Stromgestehungskosten Erneuerbare Energien (Juli 2024), Tabellen 1 bis 4. Spezifische Investitionen 2024: GuD 900–1.300 €/kW, Steinkohle 1.700–2.300, Braunkohle 1.850–2.550, Wind onshore 1.300–1.900, PV-Freifläche 700–900 €/kWp. Lebensdauer 25 bis 40 Jahre, reale Kapitalkosten (WACC) je nach Technologie 3,5 bis 6,8 Prozent, Volllaststunden nach Tabelle 4. Die Umlage auf die Kilowattstunde ist die Annuität dieser Investition geteilt durch die Jahresarbeit; rechnet man die fixen und variablen Betriebskosten hinzu, ergeben sich die dort veröffentlichten Vollkosten von 4,3–9,2 ct/kWh (Wind onshore) und 4,1–6,9 ct/kWh (PV-Freifläche)
- Kapazitätszahlung für neue Gaskraftwerke: § 39 Absatz 1 Strom-Versorgungssicherheits- und Kapazitätengesetz (StromVKG) — Höchstwert 244.000 Euro je Megawatt und Jahr; in Kraft seit 22. Juli 2026, erste Ausschreibung über 4,5 GW am 8. September 2026 (Deutscher Bundestag)
- Brennstoffkosten Gas: Großhandelspreis Marktgebiet THE, Juli 2026 im Mittel 52,81 €/MWh, zuletzt 63,25 €/MWh — Bundesnetzagentur, Gaspreise Großhandel; umgerechnet auf Strom bei 55–60 % Wirkungsgrad
- Brennstoffkosten Steinkohle: API2 Rotterdam rund 120 $/t bei 6.000 kcal/kg (≈ 6,98 MWh je Tonne), Wirkungsgrad 43–46 %
- Brennstoff- und Betriebskosten Braunkohle: 5–10 €/MWh, da nicht börslich gehandelt (Tagebau am Kraftwerk); Größenordnung nach Öko-Institut und arrhenius-Institut
- Kraftstoffpreise: ADAC-Bundesdurchschnitt Ende Juli 2026 — ADAC-Kraftstoffpreisentwicklung
- Aufschlag vom Arbeitspreis zum Strompreis: BDEW-Strompreisanalyse — Haushaltspreis 2026 37,0 ct/kWh, davon Netzentgelte 9,3 ct, Steuern/Abgaben/Umlagen 12,6 ct (inkl. Mehrwertsteuer), Beschaffung und Vertrieb 15,2 ct. Daraus abgeleitet: rund 23 ct netto Aufschlag auf den Börsenpreis, dann 19 % Mehrwertsteuer auf die Summe
- Emissionsfaktoren Kraftstoff: 2,32 kg CO2 je Liter Benzin, 2,65 kg je Liter Diesel — Umrechnungsfaktoren nach EU-Richtlinie 80/1268/EWG
- Mehrwertsteuer: 19 Prozent auf den CO2-Aufschlag, weil der Aufschlag beim Endkunden Teil des Bruttopreises ist
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